Trend und Fortschritt: Immer mehr Eltern wollen ihr Baby tragen
Säuglinge brauchen viel Körperkontakt / Nähe fördert die Eltern-Kind-Beziehung
Säuglinge haben ein großes Bedürfnis nach Körperkontakt. Diese Erkenntnis der modernen Hirnforschung hat den Umgang mit Neugeborenen in den letzten Jahren grundlegend verändert. Immer mehr Eltern stecken ihr Baby nicht mehr in einen Laufstall oder Kinderwagen, wenn sie Hausarbeit verrichten oder das Haus verlassen, sondern in eine Tragehilfe oder ein Tragetuch.
Wer sein Kind trägt, erfüllt nicht nur dessen Grundbedürfnis nach Nähe, Geborgenheit und Körperkontakt, sondern schafft auch die besten Voraussetzungen dafür, dass der Säugling eine stabile Beziehungen zu den Eltern und damit zur Welt aufbauen kann. Gleichzeitig profitieren aber auch Mama oder Papa davon, denn wer sein Kind bei vielen Aktivitäten auf dem Rücken oder vor der Brust hat, lebt wesentlich intensiver mit ihm.
Doch Tragen will gelernt sein. Man muss methodisch vorgehen, um – das Kind auf einem Arm – mit der freien Hand das Tragetuch so anzulegen, dass es in der richtigen Höhe fest und sicher sitzt. Ist das geschafft, ist Tragen bequem, gesund und praktisch. Man hat das Kind bei sich und trotzdem beide Hände frei. Entgegen vielen Befürchtungen wird dabei weder der Babyrücken, noch der des Tragenden ungesund belastet.
Alles rund ums Tragen lernt man am besten bei einer der ausgebildeten Beraterinnen vom Tragenetzwerk. Unter dem schönen Motto „Herz an Herz ins Leben tragen“ propagieren die Fachfrauen diesen bei uns lange in Vergessenheit geratenen, natürlichen Umgang mit dem Kleinkind.
Bei ihren Beratungen geht es denn auch um viel mehr als die Bindetechnik, z. B. um die richtige Platzierung des Kindes, um physiologische und psychologische Aspekte des Tragens, die Weitergabe wertvoller Erfahrungen und die Wahl der geeigneten Tragehilfe, denn nicht jeder Tragende empfindet dasselbe Modell als ideal. Hinzu kommt, dass es bisher nur wenige umfassende Informationen gibt. Der Handel bietet zwar eine Vielzahl an Tragetüchern bzw. -hilfen an, doch bei Tests wurde bisher meist nur die Belastbarkeit des Materials bewertet, anatomische und physiologische Aspekte hingegen außer acht gelassen.
Ein komplexes Thema, mit dem sich Tragewillige wohl oder übel einmal gründlich auseinander setzen müssen. Deshalb bieten die Trageberaterinnen vom Tragenetzwerk Kurse an, aber auch Einzel- oder Paarberatung, auf Wunsch kommen sie dazu sogar ins Haus.

